Für Frauen mit Brustkrebs
Eine Brustkrebsdiagnose verändert das Leben innerhalb eines Augenblicks. Plötzlich stehen Untersuchungen, Behandlungen und weitreichende Entscheidungen im Raum – oft in einem Moment, in dem innerlich noch gar nicht angekommen ist, was eigentlich geschieht.
Ich kenne diese Situation auch aus meinem eigenen Leben. Zweimal habe ich selbst die Diagnose Brustkrebs bekommen. Eine meiner Brüste wurde entfernt und anschließend wieder aufgebaut. Ich kenne die Angst, die Verunsicherung, die vielen Fragen und Entscheidungen, die körperlichen Veränderungen – und auch den Weg, sich im eigenen Körper wieder neu zurechtzufinden.
Und ich habe in dieser Zeit noch etwas anderes erlebt.
Neben all dem Schwierigen gab es Momente, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Augenblicke einer großen Zärtlichkeit für das Leben und für die Menschen um mich herum. Einen tiefen Frieden. Eine ungewöhnliche Klarheit und Wachheit.
Es war manchmal, als würde sich eine andere Dimension des Erlebens öffnen.
Vielleicht geschieht das auch, weil vieles, was unseren Alltag sonst bestimmt, plötzlich zurücktritt. Verpflichtungen, Termine, Vorstellungen davon, was noch alles erledigt werden müsste, verlieren für eine Weile ihre Bedeutung. Und mitten in Angst und Unsicherheit kann dadurch eine große Nähe zu etwas sehr Eigenem und Innerem entstehen.
Ich möchte eine Krebserkrankung damit nicht verklären. Sie kann erschüttern, Angst machen, Kraft kosten und vieles infrage stellen.
Und dennoch besteht diese Zeit nicht ausschließlich aus Krankheit.
Sie kann auch eine sehr wache Zeit sein. Eine Zeit, in der Fragen auftauchen, die im Alltag leicht überhört werden:
Was ist mir wirklich wichtig?
Was brauche ich jetzt?
Was trägt mich?
Wie möchte ich leben?
Was fühlt sich für mich richtig und wahr an?
Auch dafür möchte ich Raum geben.
Ein Ort zum Ankommen
Meine Begleitung richtet sich an Frauen, die sich während dieser besonderen und oft schwierigen Lebensphase einen Ort wünschen, an dem sie zur Ruhe kommen, sich sammeln und wieder bei sich selbst ankommen können.
Ich berate nicht in medizinischen oder therapeutischen Fragen und treffe keine Entscheidungen über Behandlungen. Meine Arbeit ersetzt weder ärztliche noch psychotherapeutische Begleitung.
Was ich anbieten kann, ist etwas anderes:
Ich unterstütze Dich darin, durch diese Zeit zu navigieren, Deine eigene Wahrnehmung nicht zu verlieren und immer wieder einen inneren Ort zu finden, von dem aus Du klarer spüren kannst, was Du brauchst und welche Entscheidungen sich für Dich stimmig anfühlen.
Manchmal braucht es dafür nicht noch mehr Informationen. Manchmal braucht es einen Moment, in dem das Nervensystem zur Ruhe kommen darf und man wieder hört, was im eigenen Inneren eigentlich geschieht.
Meine Möglichkeiten der Begleitung
Je nach Wunsch und Situation können verschiedene Formen meiner Arbeit einfließen: Reiki, geistige Wirbelsäulenaufrichtung, Klang, stille und körperorientierte Begleitung.
Dabei geht es vor allem um Entspannung, Regeneration, Sammlung und darum, sich für eine Weile nicht nur als Patientin, sondern wieder als ganzer Mensch zu erleben.
Gerade während belastender Phasen einer medizinischen Behandlung – etwa während einer Chemotherapie oder Bestrahlung – kann es wohltuend sein, einen zusätzlichen Ort zum Durchatmen und Kraftsammeln zu haben.
Meine Arbeit versteht sich dabei immer als ergänzende Begleitung zur medizinischen Behandlung.
Narben und ein veränderter Körper
Ein weiterer Schwerpunkt kann die achtsame Begleitung von Narben sein.
Durch meine eigene Brustoperation und den Wiederaufbau kenne ich auch diesen Weg aus persönlicher Erfahrung. Wenn die Wundheilung abgeschlossen und eine Narbenbehandlung medizinisch möglich ist, kann ich Erfahrungen und Möglichkeiten einer sanften Narbenpflege weitergeben.
Dabei geht es für mich nicht nur um das Narbengewebe selbst.
Eine Operation verändert den Körper – und manchmal auch die Beziehung zu ihm. Eine Narbe kann Fremdheit auslösen, Trauer, Scheu oder auch einfach das Gefühl: Dieser Teil meines Körpers gehört noch nicht wieder ganz zu mir.
Auch hier kann eine behutsame Annäherung entstehen. Berührung, Aufmerksamkeit und Zeit können helfen, diesen Bereich nach und nach wieder in das eigene Körpergefühl aufzunehmen.
Erfahrung mit existenziellen Lebensphasen
Neben meiner eigenen Geschichte fließt auch meine frühere Arbeit in Hospizen in meine Begleitung ein. Dort habe ich Menschen in sehr unterschiedlichen schweren und existenziellen Lebenssituationen begleitet.
Ich habe dabei etwas gelernt, das für meine heutige Arbeit wesentlich geblieben ist:
Nicht für alles muss sofort eine Lösung gefunden werden.
Manchmal ist es wichtiger, dass jemand da ist, zuhört, Unsicherheit aushält und einen Menschen nicht drängt, schneller zu wissen, zu entscheiden oder „positiv“ zu sein, als es gerade möglich ist.
Für Frauen, die offen sind, auch anders zu schauen
Meine Begleitung ist besonders für Frauen gedacht, die neben der notwendigen medizinischen Behandlung offen dafür sind, auch auf einer anderen Ebene hinzuhören.
Du musst dafür keine bestimmte spirituelle Überzeugung haben.
Es geht nicht darum, in der Erkrankung unbedingt einen Sinn zu finden. Und schon gar nicht darum, sich einzureden, man müsse dankbar für sie sein.
Es geht vielmehr um Offenheit.
Um die Möglichkeit, dass selbst in einer schwierigen Zeit Erfahrungen auftauchen können, die unerwartet kostbar sind.
Ein Moment großer Stille.
Eine neue Nähe zum eigenen Körper.
Ein anderer Blick auf das eigene Leben.
Eine tiefe Zärtlichkeit.
Ein plötzliches Wissen darüber, was wesentlich ist.
Vielleicht auch eine Begegnung mit einem Teil von Dir, der im Alltag lange keinen Raum hatte.
Dafür möchte ich einen geschützten Raum anbieten.
Einen Raum, in dem nichts geleistet werden muss.
In dem Du nicht stark sein musst.
In dem Angst da sein darf und Hoffnung.
Erschöpfung und Lebendigkeit.
Trauer und vielleicht sogar Freude.
Einen Raum, in dem Du für eine Weile nicht Deine Diagnose bist.
Sondern einfach Du.